Gunda Zoworka

#runcop21
Start time:

27 November, 20:09

Distance:

2,0 km , Aachen, DE

I run for the future of our home, the wonderful planet earth

Mein Name ist Gunda Zoworka, ich bin 37 Jahre alt und ich habe drei Kinder, sie sind 8, 10 und 12 Jahre alt. Ich mache mir große Sorgen um die Zukunft unseres wunderschönen Planeten Erde und um die Zukunft meiner Kinder und Kindeskinder. Ich bin unter Braunkohlekraftwerken und Überlandstromleitungen aufgewachsen, ich bin mit den gesundheitlichen, den regionalen und klimatischen Folgen konfrontiert und je mehr ich darüber lerne, desto größer wird mein Interesse und desto größer wird mein Drang, mich einzusetzen. Mich einzusetzen für einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und mich einzusetzen für eine gesunde lebenswerte Zukunft für meine Kinder und für uns alle. Ich bin nun seit etwa vier Jahren in Aachen im Umweltschutz aktiv. Bisher wusste ich nicht genau, wo es hin gehen sollte, ich habe unterschiedliche Umweltschutzgruppe besucht und mich engagiert. Meine Weiterbildung für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung hat noch mal weitere Wege aufgezeigt. Ich beschäftige mich intensiv mit dem Thema Braunkohleabbau. Durch die Auseinandersetzung mit Fossil Free bedingt, habe ich mich im Frühjahr 2015 zu einer viertägigen Fortbildung zum Thema „Wald oder Wirtschaftswachstum“ angemeldet. Bis dahin dachte ich, das Thema Braunkohleabbau wäre mir vertraut, ich komme ja schließlich aus der Gegend, bei der Fortbildung merkte ich, wie sehr mich das Thema packte. Wir besuchten Orte aus meiner Kindheit, die kurz vor dem Weggebaggert werden stehen. Wir führten Gespräche mit Anwohnern und Betroffenen, die ich von früher kannte, die mit meinen Eltern befreundet gewesen waren. Ich hörte, dass das einzige Dorf, welches es geschafft hatte, sich gegen das Weggebaggert werden zu wehren, das Dorf ist in dem ich eingeschult wurde, alle andern Dörfer waren gegen den Willen der Anwohner weggebaggert worden. Besonders aktiv ist das Dorf, in welchem mein Elternhaus steht. Die Mentalität der Menschen war mir vertraut. Ich kannte die Denkweise der Menschen, derer die sich wehren, derer die sich abfinden und derer, die die ganze Höllenmaschinerie der Erdvernichtung im Rheinischen Braunkohlerevier befürworten. Eine Straße, auf der ich als Kind oft gespielt hatte, war plötzlich durch die verlegte Autobahn A4 zur Sackgasse geworden. Ich begrüßte die Freunde von damals, sie hatten zu dem Thema resigniert. Ihr Haus, nun an der Autobahn, hatte extrem an Wert verloren. Ich lernte Waldbesetzer kennen, die mit einer unglaublichen Vehemenz und Entschlossenheit Jahre ihres Lebens für den Schutz eines wunderbaren einzigartigen Waldes investieren. Ich sah Landschaften aus meiner Kindheit, fruchtbarstes Ackerland, welches geopfert wird für den Profit eines Konzerns und auf Kosten des Klimas der ganzen Welt. Ich begann, die Ausmaße und die Tragweite zu realisieren. Darüber hinaus ging es um Konsumkritik, um Klimagerechtigkeit und um ein gutes Leben für Alle. In mir wächst seit dem ein starkes Gefühl, dass hier der Richtige Platz für meine Umweltschutzaktivitäten ist. Seit her habe ich mein Leben umgestellt, ich organisiere Informationveranstaltungen und Aktionen, ich besuche Klimacamps und –Konferenzen. Ich habe meinen Energieversorger, mein Bankkonto und mein Konsumverhalten verändert, meine Lebensmittel bekomme ich mittlerweile aus einer Solidarischen Landwirtschaft. Zurzeit plane ich mit einer Gruppe Ehrenamtlicher einen Streckenabschnitt für „Run for Your Life“. Im Dezember fahre ich nach Paris. Es geht weiter und ich bin auf dem richtigen Weg! "There are times when we must accept small steps forward — and there are other times when you need to run like a buffalo. Now is the time to run.“ - Henry Red Cloud, Lakota Educator